Mittwoch, 13. Mai 2009

Donnerstag der 07.05.2009 Zolotonoscha

[Falk] Hygiene, bei manchen Ukrainern ein Fremdwort. Wir haben im größten Dreckloch der Ukraine übernachtet. Es kann nicht schlimmer kommen! Eigentlich war gestern alles ok. Wir sind 77 km gefahren und ein Hotel in Sicht, das Wetter war gut, es passte alles. Am Hotel wollten wir kurz die Lage checken und das Bike sicher abstellen. Dann meinte ein Angestellter, dass wir das Bike nicht an der Wand abstellen dürfen. Den Hund habe ich zwar bemerkt, aber in dem Moment habe ich mich auf das Bike und den Typen konzentriert. Katja hat ihn auch nicht mitbekommen. Ein Schrei, „Was ist los?“, „Der Hund hat mich gebissen!“. Scheiße. Erste Hilfe vor Ort, Wunde mit Vodka, Alkoholpads und Jod gereinigt und Katja das Selbstdiagnosebuch, den "Rüdiger Nehberg" und unseren Verbandskoffer in die Hand gedrückt und aus der Gefahrenzone geschickt. Dann habe ich ein ernsteres Wort mit dem Köter gewechselt. Ich denke, in Deutschand wäre dies seine letzte Stunde gewesen. Wie ich den Typen interpretiert habe, sei es hier wohl Normalität. Arschloch... Er fragte mich dann, ob ich das Bike sicher abstellen wolle. Diese Frage beantwortete ich trotzig mit ja. Er sagte dann Sto, Sto, Sto... Ich habe mitbekommen, dass er für die sichere Unterstellmöglichkeit des Bikes 100 Grywna haben möchte. Frechheit! Nur leider können wir uns immer noch schlecht artikulieren und ihm auf Deutsch die Meinung zu sagen bringt mich auch nicht weiter. Also einmal kräftig schlucken... Doch dann das. Nachdem ich das Bike sicher abgestellt habe und alle unsere Siebensachen in den ersten Stock gebracht habe, ging ich in das Zimmer zu Katja. Dieses Zimmer war bis unter die Decke verschimmelt. Auf dem Boden erkannte man vor festgetretenem Schimmel die Struktur des Teppichs kaum noch und auf der Matratze zeichnete sich ein riesengroßer Exkrementenfleck ab. Ich bin nicht empfindlich, aber dass ging gar nicht. Auf Grund des Bisses, unserer Unflexibilität nach 77 km Fahrt und da wir schon bezahlt hatten, entschieden wir uns dennoch zu bleiben. Ich möchte den schlechtesten Tag unser bisherigen Reise so schnell wie möglich vergessen und hoffe, dass die Wunde bei Katja bald verheilt ist.

Zu Hause bei Freunden

Heute ist uns dann wieder das ganze Gegenteil passiert. Eben das Hoch und Tief in der Ukraine. Nach 101 km (trotz des Bisses, Katja ist eben zäh) kommen wir an einem Hotel an. Dieses ist sauber und zweckmäßig. Nachdem ich einem Ehepaar unser Bike und unsere Reise erklärt habe, laden sie uns zum Essen ein. Das Bike durften wir auch gleich in ihrer Zoohandlung unterstellen. Wir fuhren zu einem Neubauhaus und gingen in den fünften Stock. Es öffnete die 15 jährige Tochter. Sie schaute ein wenig verdutzt, aber nach ein paar Worten von ihrer Mutter, ließ sie uns dann doch rein. Bei der Familie durften wir dann ins Internet und konnten dank dem Übersetzer von Google mit ihr kommunizieren. Kurz vor dem Essen kam dann noch ein Freund der Familie, der Deutschlehrer ist, vorbei. Es war wieder einmal ein sehr angenehmer Abend, mit Freunden, gutem Essen und absoluter Gastfreundschaft. Nach einer Shisha und Nachtisch fuhr uns der Gastgeber ins Hotel zurück. Jetzt sind wir wieder um ein schönes Erlebnis und zwei E-Mail Adressen reicher. Liebe Grüße und Danke für den netten Abend nach Zolotonoscha...

Zu Hause bei Freunden 2

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