Montag, 12. Oktober 2009

Montag, der 12.10.2009, Huai'an

Gestern Abend hatten wir einen fantastischen Sternenhimmel. Wir haben uns richtig gequält, um länger wach zu bleiben. Es wird hier momentan so gegen 18:30 Uhr dunkel und wir können beim Campen nicht mehr soviel machen. Aber gegen 20 Uhr ist dann auch Schluss und wir gehen ins Zelt. Es ist wieder einmal ganz schön kalt geworden. In der Nacht höre ich es immer wieder mal um das Zelt herum rascheln. Ich wage einen Blick. Aber ich kann trotz der Lichter der Autos von der Straße, die nur unweit von uns entfernt ist, keine zehn Meter weit schauen. Ein dichter Nebel ist aufgezogen und das Rascheln kommt von den Bäumen auf deren Blättern sich das Wasser sammelt und als Tropfen auf den herbstlichen Waldboden herunter fällt. Beruhigt krieche ich in den Schlafsack zurück. Als wir aufwachen ist es gegen 6:30 Uhr, der Nebel ist noch da und die feuchte Luft ist durch alle Ritzen in das Zelt eingedrungen.



Alles ist klamm und die Zeltinnenwände sind tropfnass. Als Katja das sieht, zieht sie wie bei einer Schildkröte den Kopf in den Schlafsack ein. Hätte ich doch gestern alle Klamotten mit in den Schlafsack genommen. Jetzt sind sie so feucht, dass ich später richtig Spaß haben werde zu frieren. Ich mache Frühstück und stelle fest, dass wir unsere Sitzauflagen draußen vergessen haben. Die sind auch komplett nass. Nachdem mir meine Finger bei vielleicht zwei Grad plus fast abgefroren sind, freue ich mich sehr als der Kocher endlich an ist und ich meine Finger auftauen kann. Jetzt höre ich auch ein Rascheln aus dem Zelt und stelle fest, dass Katja nicht erfroren ist. Nachdem wir alles nass eingepackt und unser Frühstück genossen haben, wollen wir beide nur schnell aufs Rad um warm zu werden. Nach drei Kilometern befinden wir uns schon wieder im ersten Anstieg und die Kälte ist wie weggeblasen. 67 Km nur hoch, runter, hoch, runter... Und das immer zwischen 1200 und 1400 Metern. Endlose Hügelketten in einer herrlich bergigen Kulisse mit einem heftigen Gewitter, danach etwas Sonnenschein und Windböen. Wir sind platt und ich muss Katja versprechen, nie wieder so etwas hartes mit ihr zu machen. Den letzten Anstieg packen wir nicht mehr und wir müssen, bei vielleicht 15 % Steigung, schieben. Dann geht es bergab. Wir wollen eigentlich nur Wasser kaufen und unser nasses Zelt aufstellen und schlafen gehen. Nix da, es kommt, wenn man was braucht, ja immer nichts. Wir fahren weiter und zum Glück müssen wir nicht noch einmal hoch. Neben uns ist jetzt ein kleiner Bach, der sich an der Straße vorbeidrängelt. Den Schlammmassen am Rande nach zu urteilen, geht es hier gewaltig ab wenn es regnet. Keine guten Voraussetzungen, wenn man campen möchte und es den halben Tag geschüttet hat. Weiter und weiter fahren wir bergab und auf 880 Metern und nach 102 Kilometern erreichen wir endlich die nächste Stadt. Ein kleines Hotel haben wir schnell gefunden.

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