Samstag, 6. Juni 2009

Mittwoch, 03.06.2009 Tschjernischhowskij (hinter einer Tankstelle)

[Falk] Heute Morgen haben wir uns sehr viel Zeit gelassen und sind erst gegen zehn Uhr gestartet. Mittags wird es jetzt immer wärmer, 35 °C waren es heute. Das macht sich natürlich auch an unserem Wasserverbrauch, der täglich größer wird, bemerkbar. Nach etwa 40 km erreichten wir eine Stadt, die erste größere Ansammlung von Häusern seit 150 km. Auch eine Bank haben wir ausfindig machen können. Ich schnappte mir meinen Pass und wollte Geld abheben. Ich ging also in diese Bank hinein. Nach fünf Minuten war ich so verwirrt, wie das hier wohl funktioniert, dass ich resigniert einen Geldautomaten suchen wollte. Beim hinausgehen fragte mich eine Angestellte, ob sie mir helfen könne. Ich sagte zur ihr, dass ich doch nur Geld holen möchte. Sie meinte dann, dass es einen Bankomat leider noch nicht gibt. Ich müsse mich am Schalter anstellen. Nach zehn Minuten warten holte ich meine Maestro raus - wird nicht akzeptiert. Dann eben die Visa. Wieviel ich möchte? „8000 Rubel bitte“. „Wirklich so viel...?“ (200 EUR) „Ja bitte“, dann benötigen wir ihre PIN und ihren Pass. Pass ja, aber PIN? Hallo - für was? Ihr habt doch meinen Pass... Nein, ohne Pin kein Geld. Wer hat denn bitte schön von seiner Visa den PIN im Kopf? Also raus aus der Bank, zum XO und PIN gesucht. Nach zehn Minuten habe ich diesen gefunden. Wieder rein in die Bank, wieder eine Schlange: „Bitte hinten anstellen!“. Gleiches Spiel noch einmal, aber diesmal mit der Begleitung der Chefin. „Sie wollen wirklich 8000 Rubel?“ „Jaaaa!“ Minutenlang wurden wirklich alle Daten aus meinem Pass und aus dem Visa aufgenommen, dann kam die VISA-Karte ins Spiel. Ich musste keinen PIN eingeben, die Bankchefin stand ja da... Ich bekam alles zurück und eine Nummer in die Hand gedrückt. Damit musste ich dann noch zur Kasse gehen. Natürlich war da wieder eine Schlange...
Katja meinte, dass ich insgesamt eine Stunde in der Bank war. Das alles für 200 EUR... Katja wurde natürlich, wie es immer ist, wenn wir in einer Stadt stehen, von min. 50 Leuten angegafft, fotografiert und ausgequetscht. Ich habe in der Bank mitbekommen, dass sich unsere Story herumspricht. Katja hat wohl draußen den Leuten erfolgreich verständlich machen können, was wir vorhaben. Ich musste dann drinnen die Fragen nur noch nickend bejahen. Auf einmal waren die unfreundichen Leute um mich herum äußerst nett und hilfsbereit... Nemjetskij, Welosipjed, Pekin...malatsi! (Deutsche, mit einem Fahrrad, nach Peking...Super!)



Als wir wieder los fuhren, passierte das... Scheiße! Eine Schelle ist gerissen und hat den Ketten-schlauch in den anderen gezogen. Totalschaden beider Kettenschläuche. Na super, zum Glück waren wir in einer Stadt, zum Glück war da auch gleich ein Autoteilehändler und zum Glück hatte der Schläuche im Angebot... Nach einer weiteren Stunde kam dann das dabei heraus... Danke!



Heute haben wir bei einer Tankstelle nach 83 km nachgefragt, ob wir da zelten dürfen. Ja klar, kleine Runde mit der Chefin um die Tankstelle, Instantnudeln, Fanta und ab ins Bett.

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