Montag, 1. Juni 2009

Montag, der 01.06.2009 Gukovo, Tagesziel Tschernetsow (Russia)

Wir sind in Russland!

[Falk] Diesen Tag zusammen zu fassen wird echt schwer. Gestern Abend schauten wir noch einmal alle Unterlagen durch, die man zum Grenzübertritt nach Russland benötigt. Dabei stellten wir fest, dass wir den AXA Auslandskrankenversicherungsschein nur als PDF auf dem XO haben, aber leider nicht gedruckt. Ich hätte platzen können. Am Morgen versuchten wir also der Administratorin beizubringen, dass wir einen Drucker benötigen. Leider hatte das Hotel keinen. Nach acht Telefonaten meinte sie dann, dass ein Freund von ihr kommen wird und mit mir in die Stadt fährt. Wir schliefen etwa sechs km vom Zentrum entfernt. Der Freund von ihr war wenig begeistert, am Sonntagmorgen um acht mit mir durch die Stadt zu gondeln, um einen Drucker zu suchen. Mit 100 Sachen, natürlich wieder ein mal unangeschnallt, rasten wir durch die Stadt. Die zwei Punkte, die wir anfuhren, hatten leider geschlossen. Also mit 120 wieder zurück zum Hotel. Dort kam dann die zweite Administratorin zur Ablösung. Diese hatte aber auch keine Ahnung. Dann riefen die beiden die dritte Hausdame an, die gleich ums Eck wohnt und ich ging mit in ihre Wohnung. Nach einer lustigen Viruswarnung, nachdem ich unseren Stick in den Rechner geschoben habe und die ich wegklicken durfte, hatte ich diesen Versicherungsschein in der Hand. Wieder zurück zum Hotel, noch schnell das Fahrrad aufgebaut und weg.
Nach 14 km erreichten wir glücklich die Grenze. Nach einer lustigen Unterhaltung mit Fotos, war dann auch gleich Schluss mit lustig. Es hieß nur noch „Problem!“. Katja und ich wurden getrennt. Der Rest, so habe ich versprochen, bleibt zwischen den Grenzern und mir ein Geheimnis. Wir durften ausreisen! :)
Die Einreise nach Russland war dann einfacher. Pass, ritsch-ratsch, lächeln und ritsch-ratsch, Visa-Kontrolle und schon standen wir auf russischem Boden. Glücklich und im wahren Sinne des Wortes erleichtert, haben wir die Grenze überschritten. Ach ja, den Versicherungsschein mussten wir nicht vorzeigen.

Nach zehn km in Russland wurden wir auch schon prompt eingeladen. Ich hatte vor lauter Aufregung das Frühstück am Morgen ausgelassen. Katja hatte auch noch nicht viel mehr gegessen. Also sagten wir zu. Was dann kam, hat uns wieder ein mal sehr überrascht. Die ganze Armut in der Ukraine hat uns doch sehr zum Nachdenken gebracht. Hier, nach der Grenze, ist alles anders. Die Straßen waren auf einmal klasse, die Häuser sahen nett aus und der ganze Müll am Straßenrand war mit einmal verschwunden. Iwan fährt einen T4 (VW Van) mit einer super Ausstattung. Er meinte, dass er ihn aus Deutschland hat. Das Haus ist schön eingerichtet und es gab einen Computer mit Internetanschluss. Es war wie ein Schalter umlegen: Klick, und alles ist schöner. Dann wurde ich auch gleich wieder aus dem Computerzimmer entführt. Ich musste zum Essen. Es gab Pizza, Eierkuchen (Pfannkuchen) mit Honig, Schnittchen mit Käse und Wurst, Kuchen, Tee usw.... Krass.
Nach zwei Stunden Aufenthalt stellten wir fest, dass es schon 14 Uhr ist. Mist, es ist ja schon 15 Uhr. Wir haben vergessen, dass wir schon zum wiederholten Male die Uhr eine Stunde vorstellen müssen. Es ging also weiter. Wir fuhren mit Iwan aus der Stadt. Er zeigte uns den besten Weg. Dann hielt er an, verabschiedete sich und drückte mir Geld in die Hand. Er meinte, das wir uns was zu Essen davon kaufen können. Ich konnte nicht ablehnen.

Also weiter aufs Rad und ab. 20 Uhr hatten wir dann 70 km hinter uns und wollten nur noch ins Bett. Wir fragten in einem kleinen Dorf eine Frau (Natascha), ob wir bei ihr zelten können und sie stimmte zu. Zeltaufbau, staunende Familienmitglieder, ein klasse Abendessen mit Freunden... Wahnsinn! Dieser Tag war einfach nur toll und äußerst erlebnisreich!

Kommentare:

  1. Na dann - herzlichen Glückwunsch. Neue, große Abenteuer stehen ganz sicher vor Euch. Und: Herzlichen Glückwunsch zum Kindertag... (hihi) pp.

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  2. Gratulation - jetzt nimmt das Unbekannte täglich zu! Sagt Europa langsam ade und freut euch auf Asien! Wett*berga

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