Donnerstag, 18. Juni 2009

Donnerstag, der 18.06.2009, Atyrau

[Falk] Der Abend gestern ist doch noch versöhnlich ausgegangen. Unser Fehler: Wir haben uns einfach zu spät gewaschen. Wir haben förmlich Salzkrusten an uns und riechen daher auch nicht besonders gut. Nun können wir nur wenig russisch und die einfachen Leute hier natürlich auch kein englisch. Und - hier sind die Sanitäranlagen einfach draußen. Das muss man erst einmal mitkriegen... Als ich mich geduscht habe um ins Bett zu gehen, war ich noch gar nicht richtig aus der Dusche raus und wurde ins Haus eingeladen.

Von Cross-Eurasia

Ich konnte gar nicht mehr meine Sachen ablegen. Wir haben unseren Gastgebern, einfach gesagt, für die gute Stube zu sehr gestunken. Der Nachteil ist, dass es wieder sehr spät geworden ist. Im Haus haben wir dann vergorene Kamelmilch getrunken, irgendeinen quarkähnlichen Käse gegessen und - wieder raus aus Russland - keinen Alkohol getrunken.
Heute Morgen musste ich gegen drei Uhr das Überzelt über unser Innenzelt hauen, denn es fing heftig an zu schütten. Und das in der Steppe. Unsere Gastgeber sind auch gleich wach gewesen und wollten mir beistehen (helfen nicht, man wäre ja nass geworden). Ich meinte dann, dass alles okay ist und wir trocken bleiben werden.

Wir fuhren heute dann nach zwei Stunden Schlaf ab sieben Uhr Richtung Atyrau. Wieder bei heftigstem Gegenwind, elf km/h im Schnitt. Wir finden uns langsam damit ab, dass es hier wohl nicht anders werden wird. Erster, zweiter, maximal dritter Gang - wie deprimierend. Dafür aber mit einer 100er Trittfrequenz. Anders wird man dem nicht Herr. Nach 67 Kilometern und acht Stunden mit Pausen waren wir dann endlich in der Stadt, die halb europäisch und halb asiatisch ist. Wir schlafen heute in Europa und essen gerade in Asien zu Abend, lustige Vorstellung. Leider konnten wir uns hier nicht registrieren. Die Behörde hatte schon zu. Im Hotel war es auch etwas schwierig, wir können wahrscheinlich nur bis morgen acht Uhr bleiben. Wir werden wohl oder übel noch einmal umziehen müssen.

Koep Vachment (Vielen Dank)

Nachtrag:
Wie ihr ja schon lesen konntet, haben wir Internet gefunden. Das war wieder einmal nicht ganz einfach. Wir haben uns in ein Taxi gesetzt und haben versucht dem Fahrer zu erklären, was wir wollen. Er setzte uns an einer Bar ab und meinte, dass da Internet ist. Er stecke 300 Tenge ein (1,50 EUR) und fuhr weiter. Leider hatte diese Bar kein Internet. Wir hatten aber seit heute morgen nichts gegessen, daher waren wir nicht ganz undankbar. Ich habe also schnell Tagebuch geschrieben und nach einem Burger und einer Pizza gingen wir weiter. Wir fanden ein weiteres Taxi. Diesmal aber mit einem jüngeren Fahrer. Er telefonierte zweimal und setzte uns vor einem „WWW“ Laden ab. Dieser hatte zwar Internet, aber keine Möglichkeit, WiFi zu empfangen. Einen USB-Anschluss hatten die in ihren Rechner auch nicht, ergo ungeeignet. Der Taxifahrer war natürlich schon wieder weg. Dann gingen wir deprimiert zu Fuß weiter Richtung Europa. Ich startete einen letzten Versuch. Vor einem Fünf-Sterne-Hotel fragte ich jemanden, ob er denn wisse, wo ein Internetcafé sei? Er zeigte auf einen Gebäudekomplex neben uns und meinte, dass wir was essen müssen und dann Internet WiFi nutzten dürfen. Wir hatten zwar schon gegessen, aber so ein Nachtisch passt ja immer rein. Die Internetverbindung war super. Nun wissen wir schon, was es morgen zum Mittagessen gibt. Nämlich türkisch.
Ach ja, aus dem Hotel müssen wir auch nicht raus. Wir dürfen noch eine Nacht länger bleiben.

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