Mittwoch, 15. Juli 2009

Dienstag, der 14.07.2009, zehn Kilometer hinter Yanykurgan

[Falk] Wir wachen gegen fünf Uhr auf und ich bin sofort hellwach. Das ist schon lange nicht mehr passiert. Es ist erstaunlich, dass wir fast zehn Tage brauchen, um die eine verlorene Stunde aus Aralsk zu verarbeiten. Uns geht es richtig gut und wir haben seit fünf Tagen endlich mal wieder richtig Hunger und Appetit. Hoffentlich haben wir diesen Magen-Darm-Infekt endlich überstanden. Wir hauen also ein halbes Nutellaglas ohne Reue in unsere Mägen. Dann zucke ich ein wenig zusammen, als ich einen Scorpion einen Meter von mir entfernt entdecke. Dieser ist etwa 4-5 cm lang, grün/gelblich und mit diesem typischen Stachel der Richtung Himmel steht.

Von Cross-Eurasia

Das ganze Szenario wirkt etwas bedrohlich. Wie viele gibt es noch? Sind vielleicht welche unter der Plane? Wir machen ein paar Fotos und versuchen, ihn im Auge zu behalten. Er kriecht etwa 30 cm vom Hinterrad entfernt unter eine Holzansammlung. Wir schauen uns an und packen unsere Sachen in die Radtaschen. Natürlich schauen wir jetzt alles, was auf dem Boden liegt, genauer an. Wir haben gehört, dass diese Viecher hier ziemlich giftig sind. Angeblich überlebt man nur drei Stunden nach einem Biss. Mit Vodka aber immerhin einen Tag, bevor man ein Gegenmittel nehmen muss. Ich muss dringend mehr über diese Biester erfahren. Wir werden jedenfalls nicht gestochen und fahren ziemlich schnell Richtung Shilie. Nach 65 km bauen wir unsere Plane an einem Straßenschild auf und schaffen uns somit Schatten für die Mittagsstunden.
Nach unserer Mittagspause fahren wir weiter und nach 106 km müssen wir leider aufhören. Katja hat an einer sehr exponierten Stelle Schmerzen, auch „Wolf“ genannt. Aber für heute reicht es auch. Morgen soll es nach Türkistan gehen. Wir müssen mal schauen, wie sich diese Geschichte bei Katja entwickelt. Es ist nicht das erste mal das dies passiert und auch bei mir kam es schon ein paar mal vor. Ich denke, wenn wir schwitzen und lange fahren ist das manchmal unvermeidlich. Auf einmal hören wir Stimmen. Zwei junge Männer stehen an unserem Schlafplatz. Der eine musste wohl mal. Mit großen Augen stehen sie vor uns, unserem Gefährt und unserem ausgebreiteten Equipment. Nach einer kurzen Fragerunde wohin, woher und ob wir denn irgendwas benötigen, fahren sie weiter. Nach 30 Minuten hören wir wieder Stimmen. Ich sage zu Katja, dass wir wahrscheinlich auf einem Klo schlafen. Aber nein. Die beiden Männer kommen mit Bier, Brot, frisch gemachten Nudeln mit Lamm, Käse und Pepsi-Cola zurück. Ein netter Abend. Einer von den Beiden fragt uns, ob wir nicht doch lieber bei ihm zu Hause campen wollen. Es ist jetzt gegen 21:00 Uhr und wir haben uns schon ziemlich ausgebreitet. Wir lehnen dankend ab und stoßen auf etwas Verwunderung. Dann verabschieden sich die Beiden und wir haben hoffentlich Ruhe für die Nacht.

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