Donnerstag, 24. September 2009

Donnerstag, der 24.09.2009, Zhongwei

Wir haben auf 2000 Metern wunderbar geschlafen. Es war zwar ein wenig kalt draußen, wir haben aber nicht gefroren und unsere Schlafsäcke hatten wir noch nicht einmal richtig zu. Die ersten 17 km geht es sehr steil bergab. Leider zu steil - der Höhenzähler geht bis auf 1540 runter. Als Strafe für eine gute Straße und eine schöne Abfahrt inmitten von herrlichen Bergen geht es gleich wieder ordentlich hoch. Wir sind ein wenig frustriert da unsere Karte diese „kleinen“ Details nicht darstellen kann. Überhaupt sind wir von dieser Karte ein wenig enttäuscht. Sie ist einfach zu ungenau, wenn man mit einem Fahrrad unterwegs ist.

















Bei Km 55 machen wir einen etwas längeren Halt. Wir sind soeben fünfstellig geworden, haben unseren 10.000sten Kilometer geschafft. Was für harte 10.000 Km das manchmal waren, in denen wir uns gequält, geschunden und absolut verausgabt haben. Wir sind in diesem Moment zum Glück alleine, keiner der uns angafft oder irgendwie stört, nur wir beide, das Liegetandem und die Landschaft mitten in China. Ein Moment, den wir nicht so schnell vergessen werden.
Ein Tag, der sich allein schon dadurch einprägen wird.

















Bis Zhongwei sind es jetzt noch 95 km. Auf der linken Seite ist eine Sanddünen-Landschaft aufgetaucht, ein Ausläufer der Tengger Wüste (gehört auch zu Gobi!) und zum Glück haben wir Wind von rechts. Ich möchte gar nicht wissen was passiert, wenn der Wind von der anderen Seite kommt. Michael Grünebach (www.Pekingradler.de) hat uns in Wuwei noch vor diesem Sand gewarnt, denn er hatte bei seiner Tour 2007 einen heftigen Sandsturm vor Zhongwei. Dieser bleibt uns aufgrund der guten Windrichtung erspart. Wir haben uns laut Karte auf eine schöne lange Abfahrt eingestellt. Das erweist sich als Fehleinschätzung und diese hügelige Straße zieht sich schmerzhaft weiter und weiter. Wir sind ziemlich am Ende. Der Tag gestern hat wahnsinnig geschlaucht; das es heute gleich so weitergeht ist nicht gerade schön. Irgendwann muss es nach unten gehen, wir sind auf 1750 Metern und Zhongwei liegt auf jeden Fall unter 1400. Bis km 90 geht es weiter hoch. Dann endlich die Abfahrt. Herrlich. Wir können nun die letzte Karte unserer Reise auf die letzte Seite drehen.

















Wir sehen das erste mal den Huang He, dieser ist aber nicht gelb, sondern eher braun. Dann erblicken wir das erste renovierte Mauerstück und erreichen nach 140 km, dem längsten Tag unserer Reise, total fertig, übersäuert und glücklich die Stadt Zhongwei. Wir haben wieder einmal ein paar Probleme beim Einchecken und müssen noch einmal bei Dunkelheit mit Hilfe eines Taxifahrers in ein anderes Hotel - aber alles in allem ein sehr emotionaler und erfolgreicher Tag.

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