Samstag, 12. September 2009

Freitag und Samstag, der 11.-12.09.2009, Yumenzhen (Pausentage)

[Falk] Dieser kleine Ort ist sehr schön. Wir haben am Donnerstag einen Rundgang gemacht und ein wenig umgeschaut. Wir haben vor allem nach brauchbaren Geschäften für Unterwäsche geschaut. Für die kalte Jahreszeit benötigen wir noch einige warme Sachen. Wir sind ein wenig über die Kälte hier überrascht. Wir haben sie erst in einem Monat erwartet. Dann wären wir schon in sehr bewohnten Gebiet und müssten nicht mehr so oft zelten. Doch Gansu ist bis jetzt noch sehr dünn besiedelt und liegt ausschließlich über 1000 Hm. Außerdem ist das Zelt defekt und in der Kombination mit Regen ist es sehr unangenehm. Ich werde die nächsten Tage Salwea anschreiben, vielleicht haben die ja einen Händler hier. Mit Garmin hat das ganz gut geklappt. Unser GPS funktioniert nach einer Schalterreparatur in Almaty wieder tadellos.


































Wir haben gestern und heute unsere China Karten genauer studiert. Wir müssen in der nächsten Zeit noch über den einen oder anderen Pass mit teilweise über 2500 Metern. Da oben liegt manchmal im September schon Schnee. Aufgrund der Berge versuchen wir noch etwas leichter zu werden. Ich ziehe heute unseren Ersatzmantel auf. Der Marathon Plus vorne ist schon seit drei Tagen gewechselt und hinten sieht er nach 12600 km (Donautour und Eurasientour) auch nicht mehr gut aus. Beide Mäntel wiegen zusammen 1,6 kg. Dann haben wir in einem chinesischen Outdoorladen Foons gekauft. Das ist ein Hybrid aus Löffel (Spoon) und einer Gabel (Fork). Somit haben wir unsere sauschweren Löffel-Messer-Gabel-Dosenöffner-Stahl-Klappteile entsorgt. Katjas Sandalen sind schon weg und meine fliegen auch noch über den Jordan. Das gleiche Problem wie bei Katja, das Cleat bricht raus. Ich habe den schweren chinesischen Hängermantel gegen einen leichten, aus Deutschland mitgeschickten, getauscht. Ich gehe heute mit Katja noch einmal die ganze Ausrüstung durch, vielleicht finden wir ja noch etwas. Insgesamt, so hoffen wir, werden es wohl 5 kg werden. Dazu kommt noch, dass ich ungefähr 12 kg (jetziges Kampfgewicht 67 kg!!) und Katja 11 kg abgenommen habe.
Ich fange also mal wieder an, am Fahrrad zu schrauben. Langsam sollte ich den Schrauben Namen geben, schließlich verbringe ich viel Zeit mit ihnen. Ich fange an und mache nach fünf Minuten die erste, schon wieder sehr erschreckende, Feststellung - die Drehmomentstütze der Rohloffschaltung ist verbogen.



















Dieses Teil ist dafür da, dass wir überhaupt voran kommen. Eine Weiterfahrt ist ohne Reparatur für uns nicht möglich. Wenn dieses Teil ganz verbiegt oder abbricht, dreht sich die Schaltung im Rahmen mit. Gruselige Vorstellung. Ich baue also das Hinterrad aus, zum Glück ohne Gewaltanwendung. Dann schraube ich die Achsplatte ab und jetzt sehe ich das ganze Übel. Die Drehmomentstütze ist mit zwei Bolzen auf der Achsplatte befestigt und total verbogen. Es haben sich drei Risse gebildet. Ich gehe zu Katja ins Zimmer und zeige ihr das defekte Teil. Wir legen zusammen noch das Bike zur Seite und ich verabschiede mich zur Reparatur. Ich muss jemanden finden, der mir das Teil gerade biegt und ich muss jemanden finden der mir das schweißen kann. Ich frage bei einigen Werkstätten nach und mit Händen und Füßen bekomme ich mein Problem erklärt. Einer biegt es gerade und zwei Werkstätten weiter findet sich einer der die Risse schweißt. Zufrieden bin ich trotzdem nicht ganz. Als ich alles wieder zusammengebaut habe merke ich, dass die Drehmomentstütze noch 3-5 Grad verdreht ist. Auch die Achsplatte liegt nicht 100 % plan auf, vielleicht zu 80 %. Danach gehen wir ins Internet und versuchen Leidensgenossen zu finden. Zu meiner Überraschung finde ich diese sehr schnell. Im Rad-Forum ist es einem Mountainbiker passiert und auch Benny und Mandy, zwei Tandemreisende von Deutschland bis nach Australien hatten dasselbe Problem. Bei beiden war der Schaden etwas größer als bei uns. Ersterer hat seine Tour abgebrochen, er war auch nicht soweit weg von zu Hause und Benny und Mandy haben wie wir improvisiert. Nun, wie es in so einem Forum ja immer ist, gibt es viele schlaue Tipps und an einen habe ich auch schon gedacht. Das Ding sieht gar nicht so kompliziert aus. Ich könnte es mit einer Werkstatt wahrscheinlich selber nachbauen. Wie auch immer, ich denke, wir können erst einmal weiterfahren - eine Weile wird es schon halten. Rohloff hat uns sehr schnell geantwortet. Ich habe sie um Rat gefragt, was wir machen sollen. Sie haben uns Mut gemacht und gemeint, dass sie sich vorstellen könnten, dass wir es bis Peking mit dieser improvisierten Lösung schaffen. Eigentlich wollten wir die Tage hier ruhiger verbringen...

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