Donnerstag, 27. August 2009

Donnerstag, der 27.08.2009, Turpan

[Falk] Haben wir schlecht geschlafen! Unser Schlafplatz war zwischen Autobahn, Bahnschienen und alter Seidenstraße. Andauernd kamen Züge und hupende Lkw vorbei. Ich habe insgesamt vielleicht vier Stunden geschlafen, bei Katja sieht es auch nicht besser aus. Wir packen alles zusammen und machen uns ans Frühstück. In dem Moment kommt ein Bauer vorbei und stellt die Bewässerungsanlage an. Er entdeckt uns und versucht uns irgendwas zu erklären. Ich zeige ihm, dass wir die Nacht hier geschlafen haben. Er winkt ab und fährt weiter. Zum Glück spritzt das Wasser nicht wild umher, so können wir in Ruhe frühstücken und fahren gegen 9 Uhr los. Die ersten 30 km gehen mit einer leichten Steigung ziemlich schwer. Wir essen bei einem Uiguren zu Mittag und sind wieder positiv vom Essen auf dem Lande überrascht. Wir fühlen uns heute gar nicht gut und hoffen, dass langsam die Abfahrt kommt, die man uns versprochen hatte. Mittlerweile sind wir auf 1250 Metern und Turpan liegt auf ungefähr -20.
Irgendwann muss es ja mal runter gehen.

















Dann kommt eine Kreuzung, bei der eine Richtung auf die alte Seidenstraße führt, die andere auf die Autobahn. Wir beraten darüber, was wir machen wollen und fahren schließlich auf die alte Seidenstraße. Wir haben momentan keinen Bock auf Probleme mit der Polizei. Diese Straße zu fahren erweist sich aber schon nach wenigen hundert Metern als Fehler. Die alte Seidenstraße ist noch schlimmer als gestern und wir ärgern uns richtig, als wir die ersten Stücke wieder hoch fahren müssen. Die Autobahn hingegen hat eine konstante Richtung, nach unten. Nach 50 Kilometern, größtenteils natürlich runter, werden wir auf die Autobahn zwangsgeleitet. Den alten Handelsweg gibt es hier nicht mehr. Toll, warum nicht gleich so!? Wir merken, dass der Wind wärmer und wärmer wird. Er kommt jetzt nicht mehr von hinten, sondern von vorne. An einer Tankstelle geht das nächste Teil auf unserer Reise kaputt, an Katjas Sohle ihrer Radsandalen löst sich die Klickpedalenplatte aus ihrer Verankerung. Eine Reparatur ist nicht mehr möglich, das Ding ist komplett ausgerissen. Katja muss leider durch Gobi in ihren geschlossenen Schuhen fahren. Jetzt sausen wir den Berg immer weiter nach unten. Mit ein, zwei Prozent nicht viel Gefälle, aber mit einer Brise Druck auf die Pedale rollt es sich klasse. Die Temperatur steigt gewaltig an. Heute Morgen mussten wir unsere Fliese raus holen. Nun schaue ich auf das Thermometer und wir erreichen die 42 Grad Marke. Nach 111 Kilometern entscheiden wir uns, die letzten 30 nach Turpan heute noch zu fahren. Nach kurzer Sucherei in Turpan erreichen wir ein kleines Hotel, in dem wir absteigen. Morgen geht es dann für ein paar Tage an den Strand, nur eben ohne Meer! Die Wassersäcke werden wir definitiv heute noch befüllen, denn viele Orte werden nicht auf unserem Weg liegen. Gobi, wir kommen!

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