Freitag, 7. August 2009

Freitag, der 07.08.2009, fünf Kilometer hinter Kökpek

[Katja] Ich habe heute sehr schlecht geschlafen. Ich wache mit Kopfschmerzen auf und habe keine Lust zum Fahren. Zu allem Übel kommt heute noch ein Pass von vielleicht 1300 Metern auf uns zu und wir haben starken Gegenwind. Als ich Falk von meinen Wehwehchen erzähle, hat er quasi kein Verständnis. Die ersten Meter fallen uns beiden schwer. Die 115 km vom Vortag haben uns doch etwas geschafft. Der Gegenwind wird immer schlimmer und wir kommen mal wieder nur mit 11 bis maximal 13 km/h voran. Wie deprimierend, wenn man bedenkt, dass wenn der Wind gut steht, wir hier mit einer 30 fahren könnten. Nach 16 km hält ein Wagen vor uns und ein europäisch aussehender Mann steigt aus dem Auto. Es ist Patrick aus den USA mit seiner Frau. Wir unterhalten uns ein wenig und verabreden uns bei ihm zu Hause, um eine Pause zu machen. Nach 25 km erreichen wir sein Dorf. Er meint, dass wir nur nach den Amerikanern fragen müssen und alle uns den Weg zeigen werden. So war es dann auch. Patrick und seine Familie waren sehr schnell gefunden. Er ist Entwicklungshelfer für Landwirtschaft und wie es scheint, ist er hier auch sehr beliebt. Er ist mit seiner Frau schon seit acht Jahren in diesem Land und spricht das beste Kasachisch, das ich je von einer Weißnase gehört habe. Von ihm können sich einige Russen, die in Almaty leben, eine Scheibe abschneiden. Nach einer Melonenpause verabschieden wir uns wieder und nehmen den beschriebenen Pass in Angriff.
Auf der Hälfte machen wir Pause in einem Café und gönnen uns Nudeln mit einer Gemüsesuppe und Tee. Dann geht es Meter für Meter weiter bergauf durch eine wunderschönen Schlucht. Nach der Pause geht es recht gut voran. Falk meint, dass er hier beerdigt werden möchte, weil es so schön ist. Ich sage zu ihm, dass er das auch schon in den Alpen und auf Korsika gesagt hat und er doch bitte nicht ans Sterben denken soll. Wir treffen noch einen Engländer, natürlich auf dem Fahrrad, der nach Almaty möchte. Dann erreichen wir Kökpek. Nach 60 Tageskilometern sind wir endlich oben auf 1140 Meter. Da es schon 19:30 Uhr ist und wir ziemlich fertig sind, entscheiden wir uns Wasser zu kaufen und unser Zelt in dieser, wieder einmal atemberaubenden Kulisse zu platzieren.
Felgenstatus: Am Hinterrad ist ein Riss ein Millimeter größer geworden. Vorne ist heute alles unverändert geblieben.

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