Samstag, 29. August 2009

Samstag, der 29.08.2009, irgendwo in China in einem Ort der nicht auf unserer Karte ist.

[Falk] Ich quäle mich heute richtig aus dem Bett, denn meine Muskeln sind total übersäuert. Gestern und vorgestern haben wir Federn gelassen. Jetzt sind wir gespannt, was uns die nächsten Tage erwartet. Angeblich soll ja nicht so viel kommen. Nachdem wir die kleine Pension verlassen haben, kaufen wir noch einmal Wasser ein. Es geht schon wieder nur bergauf. Nicht steil, aber doch merkbar. Zu unserem Glück hat der Wind etwas nachgelassen und wir müssen nicht ganz so sehr rein treten. Bei 500 Höhenmetern geht es nicht weiter hoch, wir fahren nur noch gerade. Jetzt kommt Shanshan, angeblich die letzte Stadt bevor es ernst wird. Es soll dann 206 km nichts mehr kommen. Wir wissen aber durch langes Nachfragen, dass zumindest eine Tankstelle und eine Mautstelle kommen sollen. Wir packen trotzdem genug Wasser ein, falls nichts mehr kommt. Nach weiteren 20 km durch eine Steinwüste erblicken wir ein kleines Dorf, in dem wir wieder einmal fürstlich speisen, sogar mit Nachtisch. So viele gute Weintrauben haben wir unser ganzes Leben noch nicht gegessen. An Stellen, wo es nicht nur Sand und Steine gibt, wird der Boden bewässert und es wachsen wunderbare Trauben. Wir brauchen nur irgendwo sitzen, schon bekommen wir Weintrauben verschiedenster Sorten kostenlos von den Bauern gereicht. Laut Auskunft des chinesischen, englisch sprechenden „Gobi-Guides“ aus Turpan sollte es dieses Dorf gar nicht geben. Mal schauen, was noch so im „Nichts“ kommt.
Wir begegnen einem Vorarbeiter, der gerade hier im „Nichts“ eine Autobahn baut. Er meint, dass wir die noch nicht fertiggestellte Autobahn nutzen sollen, da ist nicht so viel Verkehr und wir finden immer was zum schlafen. Netter Tipp, den wir auch gleich beherzigen. Es kommen zwar immer mal ein paar Baustellenautos vorbei, im Großen und Ganzen sind wir aber alleine. Wir finden einen schönen Platz zum Schlafen, der seit langem mal wieder von keiner Seite aus einsichtig ist. Es ist windstill und wir erleben unseren ersten Sonnenuntergang in Gobi.

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